Entstehung Kloster und Pfarrei

Nachdem die frommen Schwestern im Jahre 1256 Neuenkirch verlassen hatten, hören wir nichts mehr von der "neuen Kirche". Erst ein Stiftungsbrief (heute im Staatsarchiv in Luzern) besagt, dass im Jahre 1282 die Edlen von Küssnacht beschlossen haben, in "Nûwenkilch bi Sempach" ein Kloster der Reuerinnen zu gründen. "Das Kloster Neuenkirch gehört zu den wenigen Reuerinnenklöstern auf Schweizer Gebiet. Der von Rudolf von Hildesheim gegründete und seit 1232 auf die Augustinerregel und die Konstitutionen von San Sisto verpflichtete Maria Magdalenen- oder Reuerinnenorden war wie die weiblichen Zweige der Bettelorden aus der religiösen Frauenbewegung hervorgegangen". Schon bald übernahmen die Reuerinnen die "neue Kirche" samt ihren Rechten und versuchten, das Kloster und ihre Kapläne vom Leutpriester von Sursee zu lösen, indem sie unabhängig von ihm die Pfarrechte ausübten. 
  
Dies führte im Jahre 1292 zu einem Streit zwischen den Pfründern von Sursee und dem Klösterlein von Neuenkirch. Der Bischof von Konstanz beauftragte den damaligen Probst von Beromünster, Ulrich von Landenberg, unter dessen Leitung das Kloster bei seiner Gründung gestellt wurde, die Angelegenheit von Rechtsgelehrten untersuchen zu lassen. Die Streitigkeiten konnten im Jahre 1296 geschlichtet werden. Die Pfründer von Sursee mussten die Selbständigkeit der Kirche von Neuenkirch als vollberechtigte Pfarrei anerkennen; damit war die Pfarrei Neuenkirch errichtet (26. Juni 1296).

1287 wurde das Kloster in Neuenkirch dem Dominikaner- oder Predigerorden einverleibt. lm Laufe der Jahre erwarb das Frauenkloster verschiedene Landgüter, so Voremsteg, Lippenrüti; Adelwil, Mettenwil sowie in Sempach und in Geuensee usw. Als Schenkung erhielt das Kloster 1302 Güter in Eich und Kirchbühl und im Jahre 1311 die Hofmatte in Rüeggeringen.

Auflösung des Klosters
Am 5. März 1437 suchte ein Brand das Frauenkloster heim, bei dem das fast ganz aus Holz gebaute Gebäude ein Raub der Flammen wurde. Schon bald wurde wieder ein neues Konventhaus gebaut. Als das Frauenkloster im Jahre 1575 zum zweitenmal niederbrannte, wurde auch die Kirche ein Raub der Flammen. Leider verbrannte dabei auch der zum Messgewand umgearbeitete Wappenrock Herzog Leopolds. Sofort wurde mit dem Wiederaufbau der Kirche und des Klosters begonnen. Bereits im Herbst 1576 waren das neugebaute Klösterlein und die erneuerte und verbesserte Kirche unter Dach.
Im Jahre 1577 fand die Glockentaufe statt, an der auch Schultheiss Ritter Ludwig Pfyffer, Schweizerkönig genannt, als Abgeordneter der Regierung teilnahm.
Das Klosterwesen war um die Mitte des 16. Jahrhunderts mehr oder weniger in Auflösung begriffen. Das klösterliche Leben verwilderte, und sein Fortbestand war ernstlich gefährdet. Auch beim Neuenkircher Klösterli war nicht immer alles zum besten bestellt. Es zählte damals nur noch fünf Frauen. Darum wurde es im Jahre 1588 aufgehoben und mit dem Kloster Rathausen vereinigt. Die ihm noch verbliebenen Besitzungen im Voremsteg wurden samt den Klostergebäuden verkauft. So fand das Klösterlein in Neuenkirch nach 312-jährigem Bestehen sein Ende. 
 
Weitere Kirchenbauten
Durch die starke Zunahme der Bevölkerung in Neuenkirch wurde die Kirche zu klein; überdies war sie sehr baufällig. Darum wurde sie im Jahre 1765 abgebrochen und in spätbarockem Stil wieder aufgebaut, also so, wie zahlreiche Kirchen im Kanton Luzern im 18. Jahrhundert gebaut worden sind. Auch diese dritte Kirche wurde im Jahre 1939 zu klein und musste vergrössert werden. Gleichzeitig wurde die Unterkirche angebaut. Nachdem im Jahre 1952 die Gebeine von Niklaus Wolf in die Unterkirche umgebettet worden waren, erfuhr sie 1966 einen Umbau zur Grabkapelle und erhielt 1979 einen neuen Tabernakel.
Zur Feier des 150. Todestages (1982) gestaltete man den Eingang und die Umgebung neu und nannte fortan die vielbesuchte Gedenkstätte Wallfahrtskapelle.

Die Kapelle Adelwil, erbaut im 17. Jahrhundert, ist eine beliebte Hochzeitskapelle.
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