Albert M. Beck (*1937), Vater der "World Money Fair" (Welt-Münzenmesse)

Albert Michael Beck wurde am 15. 04. 1937 in eine kinderreiche Familie in Hellbühl geboren, wo sein Vater Johann Beck von 1923 bis 1965 als Lehrer und Organist tätig war. Nach der Schulzeit erlernte er zuerst das Handwerk eines Buchdruckers und Schriftsetzers. Doch dem wissbegierigen Jungen genügte dies nicht: Er holte die Matura nach und schrieb sich 1965 an der Uni Basel für das Fach „Sprachwissenschaften“ ein. Um sich sein Studium zu finanzieren, nahm er schon bald eine Aushilfe als Lehrer an der Kunstgewerbeschule Basel für das Fach „Sprache und Literatur“ an.

Mitte der 1960er-Jahre begann weltweit ein regelrechter Boom auf Silber, ausgelöst durch die zunehmende Nachfrage nach Industriesilber. Als Folge davon begann der Silberpreis zu steigen. Europäische Münzen, so auch der alte Schweizer Zweifränkler, enthielten bis dahin einen gewissen Anteil Silber. Der stark steigende Silberpreis führte dazu, dass der Metallwert der Silbermünzen über dessen Nominalwert stieg. Folge: die Silbermünzen wurden eingeschmolzen, um daraus Silber zu gewinnen.

Albert Beck begann sich für Münzen zu interessieren. Er belegte an der Uni zusätzliche Fächer an der Wirtschaftsfakultät  mit dem Schwerpunkt Geldpolitik. Ein  Besuch der Internationalen Münzenbörse in Hannover weckte in ihm die Idee, so etwas auch in Basel auf die Beine zu stellen. Zugleich schwebte ihm eine Zeitschrift für Sammler vor, die regelmässig Auskunft über die Preisentwicklung von Raritäten geben sollte. Im Herbst 1969 gründete er in Basel mit Gleichgesinnten die „Gesellschaft zur Förderung der Numismatik“. Mit  deren Rückhalt machte er sich nun  an die Herausgabe einer eigenen Fachschrift, der "Münzen-Revue". Die erste Nummer erschien am 1. November 1969. Parallel dazu organisierte er 1972 in Basel erstmals eine internationale Münzenbörse. Diese wurde in der Folge zu einem festen jährlichen Treffpunkt einerseits der Münzenhändler, aber zunehmend auch der Numismatiker, also der professionellen Münzsammler. 1970 war zudem in München auf seine Initiative hin die „Organisation Europäischer Münzenbörsen“ gegründet worden. Albert Beck wählte man zum ersten Generalsekretär und 1. Vorsitzenden (Präsidenten).

1988 wurde die Basler Münzenbörse umbenannt in „Europäische Münzenmesse“. Die „Münzen-Revue" erschien nun im handlicheren Zeitschriftenformat, aber immer noch unter der Schriftleitung seines Gründers Albert Beck.

In den 1990er-Jahren, nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und der fortschreitenden Einigung Europas, machte der Europäischen Münzenmesse Basel zunehmend das Abseitsstehen der Schweiz zu schaffen: Händler wurden bei der Heimreise mit ihren mitgebrachten Münzen insbesondere von deutschen und französischen Zöllnern schikaniert, so dass diese einen alternativen Börsenstandort innerhalb der EU vorschlugen. Schliesslich entschied man sich 2006, die mittlerweile in „World Money Fair“ umbenannte Börse nach Berlin zu verlegen, wo sie seither alljährlich ihren festen  Platz im Terminkalender der Numismatiker und Münzenhändler aus aller Welt einnimmt. Regelmässig werden an der World Money Fair auch die neuen olympischen Medaillen und Gedenkmünzen sowie solche anderer Sportverbände – u.a. der FIFA - präsentiert. Dass sich Albert Beck auch in diesen Kreisen einen Namen gemacht hatte, beweist, dass er 1993 vom damaligen IOC-Präsidenten Juan Antonio Samaranch zum Exekutivmitglied der neu gegründeten IOC-Sammlerkommission ernannt wurde, in der er noch heute aktiv mitwirkt.

All diese Aktivitäten – vom Chefredaktor der Münzen-Revue bis zum Organisator der jährlichen Münzenmesse – machte Albert Beck nebenbei, neben seiner Haupttätigkeit als Fachlehrer an der Kunstgewerbeschule Basel. Die Stadt Basel dankte es ihm im Jahre 2000 mit der Verleihung des „Basler Sterns“, einer Ehrung für Verdienste um die Stadt Basel.

Seit seiner Pensionierung 2002 wohnt Albert Beck wieder in seinem Heimatdorf Hellbühl.


Quelle:
Albert M. Beck „Die Geschichte der World Money Fair“  2011, Regenstauf

Albert M. Beck  


Geschichte der World Money Fair